Die Organisation aus Personen in der Gesellschaft: 3 Systeme

Jedes komplexe System ist ein Aggregat von Systemen. Diese zusammengehärigen Systeme nennen wir Systemelemente, die innerhalb der Rahmenbedingungen des Gesamtsystems in Wechselwirkung miteinander sich gegenseitig beeinflussen und so sich und das Gesamtsystem stetig verändern.

In diesem Sinne sind Organisationen offene, komplexe Systeme, die aus einer Sammlung von miteinander in Wechselwirkung stehenden Personen bestehen, die sich alle in dynamischem Austausch miteinander befinden und innerhalb der Regeln und Rahmenbedingung ihrer Organisation handeln.

Im System Gesellschaft bilden Organisationen und andere Gruppen die Systemelemente. Die Regeln und Rahmenbedingungen, die die Beziehungen zwischen diesen Systemelementen definieren und bewerten, werden Institutionen genannt. Die für das System Gesellschaft durch Institutionen gesetzten Prinzipien und Werte wirken auch in das Systemelement Organisation hinein. Institutionen regeln in der Gesellschaft insgesamt den Austausch zwischen den verschiedenen Gruppen. Sie finden ihren Ausdruck in den Handlungen dieser Organisationen und Gruppen, die ihrerseits interaktiv die gesellschaftlichen Institutionen formen. Innerhalb von Organisationen werden diese institutionellen Regeln vertieft, spezifiziert und ergänzt. Als Ordnungs- und Prozessregeln finden sie in einer Organisation ihren Ausdruck und wirken auf die Handlungen der einzelnen Personen.

Institutionen können als die Aufbauorganisation des Systems Gesellschaft betrachtet werden. Zu ihnen gehören u.a. die Politik, der Markt, die Religion, die Ehe, Vertragsrecht oder Verfassungsrecht. Institutionen regeln die Handlungen des Regierungsapparats, der Gewerkschaften, Verbänden, Mediaunternehmen und vielen anderen Gruppen von Gruppen und Organisationen, die zusammen - als Ganzes betrachtet - das Gebilde "Deutschland" oder "China" oder "Europa" ordnen. Viele dieser Regeln werden als Gesetze von der Organisation Staat implementiert, aber durchaus nicht alle: Sitten, Gebräuche oder gesellschaftliche Normen sind auch Ausdruck von Institutionen.

Wir definieren 3 Metaebenen:

  • die Organisation: die gesellschaftlich organisierte Gruppen, u.a. formelle Organisationen, als autopoietisches (autonomes, selbststeurendes, selbsterhaltendes) Systeme, deren Elementen Personen sind;
  • die Gesellschaft, ein autopoietisches System, geordnet durch Institutionen: die Regeln und Rahmenbedingung, die die Interaktionen sämtlicher (selbst)organisierten gesellschaftlichen Gruppen organisiert.
  • die Person: ein autopoietisches physikalisches System als Systemelement der gesellschaftlichen Gruppen.