Die Organisation als System
Eine Systemdarstellung

© Thomas Oltman, Dezember 2000

Das Modell

Jede Organisation ist ein System, das auf mehreren Ebenen betrachtet werden kann.  Sie kann, ob Unternehmen, Fabrik oder Amt, im Grunde als eine Gruppe Menschen gesehen werden, die in irgendwelchen Räumen mit den passenden Werkzeugen eine Aufgabe erledigen. Bestehend aus Menschen, die koordiniert miteinander arbeiten sollen, ist jede Organisation notwendigerweise ein dynamisches System. 

Ein dichtes Netz gegenseitiger Kommunikation zwischen allen Teilnehmern prägt die Organisation.  Um sie zu verstehen und zu steuern, brauchen wir eine Darstellungsform, die beschreibt, wer mit wem was tut. In der Regel nutzen wir dazu ein Organigramm, eine flache, hierarchische Struktur, die Menschen, Material und Räume zusammen als Einheit betrachtet und hauptsächlich Befehlswege zwischen diesen Einheiten beschreibt.  Die einfachste Version der Organisationsdarstellung ist eine einfache Hierarchie von Abteilungen: das Organigramm.

Wenn die Aufgabe einer Organisation deterministisch ist, d.h., wenn sie überschaubar und in allen Einzelheiten planbar ist, ist eine flache, lineare, hierarchische Darstellungsform wie ein Organigramm vielleicht ausreichend.  Wenn aber die Kommunikation zwischen den Organisationseinheiten vielfältiger ist, weil flexibel reagiert werden muss, wenn Projekte durchgeführt werden, die mehrere Einheiten betreffen, dann muss diese Darstellungsart mit Strukturen ergänzt werden, die sich besser eignen, solche Komplexität zu bewältigen.

Um dieses Zusammenwirken zu sehen, ziehen wir die flache Organisationsstruktur auseinander zu einem Stapel verschiedener Sichtweisen oder Abstraktionsebenen. So bekommen wir ein Bild der Organisation, das es möglich macht, die verschiedenen abstrakten Organisationsschemen zu sehen, die verwaltet und gepflegt werden müssen, wenn die Organisation effizient und flexibel operieren soll.

Nur so entsteht die Möglichkeit, das Wirken einer Organisation gezielt und nachhaltig zu beeinflussen.

Jede Abstraktionsebene representiert eine Sichtweise, einen ganz bestimmten Blick auf die ganze Organisation und beschreibt den Sinn der nächsttieferen Ebene. So stellt sie eine Sichtweise dar, die sich selbst und – impliziert – alle tieferen Ebenen wiedergibt. Ganz unten ist die Hardware, die  aus allen physikalischen Teile der Organisation - inkl. der biologischen Menschen - besteht.

Auf der Aktionsebene sehen wir alle die Menschen in ihrer Rollen in den  verschiedenen Gruppierungen.  Auf der Prozessebene werden diese Menschen und ihre Materialien in Arbeitsprozessen organisiert. Die verschiedenen Arbeitsprozesse, zusammen mit sämtlichen Regeln und Rahmenbedingungen, die sie steuern, werden in der Organisationseinheiten weiter zusammengefügt.  Ganz oben ist die Organisation als solches, eingebettet in ein Geflecht von anderen Organisationen, die – zusammengenommen – die Gesellschaft bilden.

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